Lebensmittelkonsum

LEBENSMITTEL – DEUTSCHE VERBRAUCHER HABEN DIE FREIE WAHL

Das Lebensmittelsortiment in Deutschland ist vielfältig: Laut Bundeslandwirtschaftsministerium haben die Verbraucher in den Regalen und an den Lebensmitteltheken die Wahl aus 160.000 verschiedenen Produkten. Zum überwiegenden Teil greifen die Konsumenten zu konventionellen Lebensmitteln.

 

Was in Deutschland auf den Tisch kommt – und wie

In seinem aktuellen Ernährungsreport hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) einen genaueren Blick auf deutsche Teller geworfen. Was bei den Deutschen auf den Tisch kommt, soll natürlich schmecken (99 Prozent), aber auch gesund sein (89 Prozent). Eine einfache und schnelle Zubereitung ist 55 Prozent der Befragten wichtig – das sind noch zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor; und gilt für weit mehr Frauen als Männer (63 zu 46 Prozent). Entsprechend essen mehr als 40 Prozent auch gerne mal eine Pizza oder andere Tiefkühlgerichte – neun Prozent mehr als noch im Vorjahr. Selbst täglich kochen noch 39 Prozent, ein leichter Rückgang im Vergleich zu 2015. Und bei etwa jedem Zehnten (11 Prozent) bleibt die Küche ständig kalt.

 

 

Der Geschmack ist auch das wichtigste Kriterium beim Einkauf, gefolgt von Regionalität und Preis.

 

 

Supermärkte (62 Prozent) und Discounter (43 Prozent) sind die wichtigsten Anlaufstellen für den Lebensmitteleinkauf; wobei die Discounter im Vorjahresvergleich noch um acht Prozent zugelegt haben. Wochenmärkte, Hof- und Bio-Läden fallen dahinter deutlich zurück.

 

Nicht nur sonntags – Verbraucher essen gerne Fleisch

Die Fleischerzeugung in Deutschland erreichte 2016 erneut einen Höchststand. Insgesamt kamen die Schlachtunternehmen auf 8,25 Millionen Tonnen Ware. Mit etwa 59,3 Millionen Schlachttieren führen Schweine in der Produktion von Fleisch das Feld klar an. Der Anteil an Rindern betrug knapp 3,6 Millionen. Aber auch 950.000 Lämmer wurden geschlachtet. Ferner wurde im vergangenen Jahr 689 Millionen Geflügel geschlachtet - Mast-, Suppen- und Truthühner sowie Enten und Gänse.

 

 

Wie Bio isst Deutschland?

Die Bio-Branche verzeichnet seit Jahren fast durchgehend Umsatzzuwächse. Im Jahr 2015 brachte sie es auf einen Umsatz von etwa 8,6 Milliarden Euro. Das entspricht fünf Prozent des Gesamtumsatzes im deutschen Lebensmittelhandel. Der Mengenanteil von Bio am deutschen Lebensmittelmarkt belief sich 2015 auf 4,8 Prozent (Quelle: FIBL/IFOAM). Zum Vergleich: In Italien haben Bio-Lebensmittel einen Anteil von 2,5 Prozent, in der Schweiz von 7,7 Prozent. Das bedeutet: Konventionelle Lebensmittel stehen bei den Verbrauchern in Deutschland und Europa insgesamt hoch im Kurs.

 

 

Ab in die Tonne - Lebensmittelverschwendung

Eine Studie der Universität Stuttgart im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ermittelte: Jedes Jahr werden deutschlandweit elf Millionen Tonnen eigentlich noch genießbarer Lebensmittel als Abfall entsorgt. Dabei entsteht der Löwenanteil an Lebensmittelabfällen mit über 60 Prozent in den Privathaushalten. Insgesamt wandert etwa jedes achte Lebensmittel in den Müll. Für einen Vier-Personen-Haushalt summieren sich die dadurch entstehenden Kosten jährlich auf 940 Euro. Vor allem Obst und Gemüse sind von dieser Verschwendung betroffen – sie machen 44 Prozent aller Lebensmittelabfälle in Privathaushalten aus.

 

 

Auch Lebensmittel, die ungesehen im Abfall landen, müssen erzeugt werden – was Fläche beansprucht und Ressourcen verbraucht. Was jeder Einzelne ganz praktisch tun kann, um Lebensabfälle zu vermeiden, ist Gegenstand der Aufklärungskampagne „Zu gut für die Tonne“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums.


Aktuelles

Zu gut für die Tonne!

Viele Verbraucher kaufen zu viele Lebensmittel ein, lagern sie nicht richtig und verwerten Reste nicht weiter. Ergebnis: Pro Kopf und Jahr wandern umgerechnet 82 Kilogramm Lebensmittel unverzehrt in den Müll. Warum wir Lebensmittel wegwerfen und was jeder Einzelne gegen diese Verschwendung tun kann, darüber verrät dieser Test des Bundeslandwirtschaftsministeriums mehr.

Statement

Es geht darum, dass Landwirte sachlich diskutieren wollen und die moderne Landwirtschaft, die im Übrigen dafür sorgt, dass genügend Nahrung mit bester Qualität zum günstigen Preis zur Verfügung steht, dem Verbraucher wieder etwas näher gebracht wird.

Holger Knauer