Globale Herausforderungen

DIE GRÖßTE HERAUSFORDERUNG UNSERER ZEIT

Um 225.000 Menschen wächst die Weltbevölkerung – jeden Tag. Im Jahr sind es 82 Millionen – so viele, wie Deutschland insgesamt an Einwohnern zählt. Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung um ein Drittel anwachsen. Die Prognose der Welternährungsorganisation FAO lautet: Dann werden wir 60 Prozent mehr Nutzpflanzen ernten müssen als heute.

 

Nahrung, Futter, Energie

Mit wachsendem Wohlstand steigt der Bedarf der Menschen – zum Beispiel auch nach tierischen Proteinen. Die Produktion von Fleisch erfordert mehr Fläche und Futtermittel. Für ein Kilogramm Rindfleisch werden sieben Kilogramm Futter benötigt.

Am anderen Ende des Wohlstandspektrums leiden nach wie vor viele Menschen Hunger. 800 Millionen Menschen sind es laut dem UN-Welternährungsprogramm WFP derzeit – von denen jedes Jahr neun Millionen an unzureichender Ernährung sterben.

 

Überproportionaler Produktivitätsanstieg notwendig

Das stellt eine immense Herausforderung für die Landwirtschaft weltweit dar. Dabei lässt sich nicht einfach mehr Ackerland kultivieren. Denn dieses Land gibt es nicht. Die theoretisch noch verfügbaren Flächen sind entweder kaum zu erschließen (etwa Gebirge, Steppen oder Wüsten) oder es handelt sich um Waldgebiete, deren Rodung unmittelbare Auswirkungen auf das Klima hätte. Tatsächlich verringert sich weltweit die verfügbare nutzbare Anbaufläche: Laut FAO gehen Jahr für Jahr 75 Milliarden Tonnen fruchtbarer Boden verloren, zum Beispiel durch den Klimawandel oder eine immer weiter voranschreitende Urbanisierung.

Die landwirtschaftliche Produktivität auf den verfügbaren Flächen muss also deutlich steigen.

 

Nachhaltige Landwirtschaft: Entkoppelung von Erträgen und Ressourceneinsatz

Trotz aller Fortschritte in der Ressourcen- und Energieeffizienz ist es noch nicht gelungen, Weltbevölkerungswachstum und Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) zu entkoppeln. Das gilt entsprechend auch für Schadstoffausstöße der Landwirtschaft. Weltweit beträgt ihr Anteil an den CO2-Emissionen zurzeit – je nach Quelle – bis zu 30 Prozent (hier: IPCC). Zum Vergleich: Die hochentwickelte und produktive Landwirtschaft in Deutschland bringt es auf einen Anteil von elf Prozent an den nationalen Emissionen (BMEL).

Eine produktive und nachhaltige Landwirtschaft muss einen steigenden Ertragsbedarf mit sinkendem Ressourcenverbrauch und Emissionen vereinbaren. Dies kann zum Beispiel gelingen durch

  • integrierten Pflanzenschutz, der Ernten sichert und zugleich die CO2-Speicherkapazität der Böden bewahrt,
  • Nutzpflanzen, die auch unter schwierigen Umweltbedingungen gedeihen, resistent gegen Schädlinge oder extreme Witterungsbedingungen sind,
  • digitale Landwirtschaft, die den Ressourceneinsatz minimiert und Planungssicherheit trotz zunehmend instabiler Wetterverhältnisse bietet.

Aktuelles

Der Kampf gegen den Hunger

Bevölkerungswachstum, Klimawandel, Bodenerosion – der Druck auf Landwirte weltweit wächst. Ausreichende Nahrungsversorgung und ressourcenschonende Bewirtschaftung sind Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung ganzer Gesellschaften. Davon ausgehend hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) seine Initiative „Eine Welt ohne Hunger“ gestartet. 800 Millionen Menschen weltweit leiden Hunger, über zwei Milliarden sind mangelernährt.

Statement

Die Bevölkerung mit gesunden und nachhaltig produzierten Lebensmitteln in ausreichender Menge zu versorgen, ist Kernaufgabe von allen Landwirten auf der Welt. Dies steht nicht im Widerspruch zum Pflanzenschutz, sondern macht dessen Verwendung notwendig.

Dirk Wendel, Landwirt aus Limburgerhof